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Paradigmenwechsel bei klinischen Studien: virtuell & ortsunabhängig mit Hilfe von Software-Tools

Aktualisiert: Mai 18

Viele Forschungseinrichtungen sind bereits auf den innovativen Digitalisierungs-Zug aufgesprungen: Immer mehr Unternehmen in der Wertschöpfungskette klinischer Studien nutzen Software-Tools, die das Arbeiten schneller, günstiger und zugänglicher machen.


In Zahlen ausgedrückt: 64 % der Forscher verwenden digitale Tools bereits aktiv für ihre klinischen Studien und 97 % planen, dies in den nächsten 5 Jahren zu nutzen.


Weltweit entwickeln Unternehmen ununterbrochen softwarebasierte Tools, die klinische Forschung mit menschlichen Teilnehmern massiv vereinfachen und Effizienzvorteile erschließen. Von der Studienplanung über die Standortauswahl und Rekrutierung der Teilnehmer bis hin zur Logistik der Geräte und Medikamente sowie Datenauswertung können digitale Tools von Vorteil sein. Die Kosten können sich bis auf die Hälfte minimieren und die Rekrutierungsrate erhöht sich, da die Teilnehmer nicht das Haus verlassen müssen. Die Daten-Auffassung der Teilnehmer und somit auch die klinische Anwendbarkeit steigt. Forscher können alle Daten - egal ob positiv oder negativ - sinnvoll nutzen und die Ergebnisse klinisch anwenden. Die Forschungsphase kann somit massiv reduziert und neue Medikamente zum Wohl aller Menschen schneller auf den Markt gebracht werden.


Vollständig “virtuell" zu werden, kann eine operative Herausforderung für Biotechunternehmen darstellen. Wenn beispielsweise ein Teilnehmer regelmäßig eine Chemotherapie erhält, könnte die Durchführung der Infusionen zu Hause ein Risiko darstellen (z. B. wenn der Patient einen anaphylaktischen Schock erleidet und keine medizinische Hilfe vor Ort gegeben ist). Aus diesem Grund verfolgen viele Biotechunternehmen, wenn möglich, einen "Direct-to-Patient"-Ansatz und lassen einige Teile der Studie in einer Klinik durchführen.


Es gibt jetzt schon eine Vielzahl von Software-Unternehmen, die Tools entwickeln, um jede Phase und Kategorie einer Studie oder Forschung zu vereinfachen. Natürlich ist dies ein schnell wachsender Markt mit rasanten technologischen Innovationen.


Um nur einige dieser Unternehmen zu nennen:

  • Actigraph ist eines der ältesten Unternehmen in der digitalen Biomarker-Industrie. Gegründet vor 15 Jahren, bietet Actigraph medizinische Wearable-Lösungen zur Aktivitäts- und Schlafüberwachung für die globale Forschungsgemeinschaft.

  • Die beiden beliebtesten Online-Tools für die Standortauswahl sind das Site Feasibility Tool von DrugDev, das zu QuintilesIMS gehört, und die Research Center Profiles von CenterWatch, die zu WIRB gehören.

  • Mendel.ai hat Anfang des Jahres 2 Mio. USD eingeworben, um Krebspatienten mit klinischen Studien abzugleichen. Dabei wird ein Algorithmus verwendet, der unstrukturierte natürliche Sprache in ClinicalTrials.gov versteht und sie mit der Krankenakte eines Patienten abgleicht.


Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig und es gibt viele Innovationen im Bereich der digitalen Biomarker, über die wir in zukünftigen Beiträgen gerne berichten werden.


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